Dreimal Georges

Musical in einem Vorspiel und zwei Akten (7 Bildern) von Rudolf Schanzer und Ernst Welisch nach einer Novelle von Vicky Baum. Musik von Paul Burkhard.
1935 arbeitete Paul Burkhard gleich an drei Bühnenwerken: Während er die Operette Hopsa vollendete, entstand gemeinsam mit den Librettisten Rudolph Schanzer und Ernst Welisch nach einer Novelle von Vicky Baum Dreimal Georges. Gleichzeitig arbeitete er an Anybody (Die alte Walze), einem Werk, das bis heute nie auf die Bühne kam. Um Burkhard nicht als Vielschreiber erscheinen zu lassen, wurde die Uraufführung auf Herbst 1936 verschoben.
Wie Hopsa verbindet Dreimal Georges jugendliche Frische mit einer modernen Dramaturgie, die bereits stärker dem Musical als der traditionellen Operette verpflichtet ist. Musikalisch griff Burkhard den kultivierten Jazz der 1930er-Jahre auf und verband schwungvolle Tanznummern mit zarten, melodiösen Passagen. In Dreimal Georges gewann seine Musik zudem an Tiefe und Melancholie.
Erstmals widmete sich Burkhard hier dem Zirkusmilieu, das er später im Schwarzen Hecht und damit im Umfeld seines Welthits O mein Papa wieder aufgriff. Nach der Zürcher Premiere wurde Dreimal Georges in der ganzen Schweiz gespielt und blieb über Jahrzehnte im Repertoire. 1985 war das Werk letztmals zu sehen – nun bringt die Bühne Burgäschi dieses kleine Meisterwerk zurück auf die Bühne.
Handlung
Gleich drei Schorsche tummeln sich auf dem Gut des alten Grafen de Ravigny. Sein Sohn Georges, sein bei den Angestellten aufwachsender Göttibub Schorsch und der Graf selbst. Wie man bald bemerkt, hätte wohl auch Schorsch Nr. 2 das Recht, im lebenslusti-gen Grafen mehr zu sehen als nur den Taufpaten. Aber Schorsch hat nicht den Drang, an einem altadeligen Stammbaum hochzuklettern. Es zieht ihn zu den fahrenden Leuten, zu den Schaustellern auf dem Jahrmarkt, mit denen er eines Tages verschwindet.
Aus diesen Gegebenheiten entwickelt sich die Handlung von «Dreimal Georges» nach der gleichnamigen Filmnovelle von Vicky Baum. Zwischen dem alten Feudalsitz der Ravigny und dem grünen Wagen der Fahrenden spinnt sich ein abwechslungsreiches Geschehen. Noch einmal kreuzen sich die Lebenswege der beiden jüngeren Schorsche, des nunmeh-rigen Grafen und des Schaubudenausrufers. Eine Zeitlang hat es den Anschein, als ob der Fahrende an der heimatlichen Scholle haften bleiben könnte, doch Jahrmarktsmusik und die Tänzerin Biribonne rufen ihn schliesslich doch wieder auf die Landstrasse, der grüne Wagen nimmt seinen Weg.